Garnelenprofi

Grundüberlegungen zum Einstieg ins Hobby 

Wenn Sie auch so begeistert sind wie wir von den fantastischen Farben und den skurrilen „Hörnern“ und „Geweihen“ von Käfern, dann möchten sie sich selbst vielleicht auch einmal an der Haltung und Vermehrung dieser lebenden Edelsteine versuchen? Wir haben einige Literaturhinweise für Sie gesammelt und empfehlen:

 BUGS – Das Wirbellosenmagazin : Natur & Tier Verlag, Münster oder ausgewählte Artikel in

REPTILIA z.B. Ausgabe(103) – Das Europäische Terraristik-Magazin. Siehe auch Menüpunkt Zubehör – Untermenü Bücher & Magazine

Die Kunst, Käfer erfolgreich zu halten und zu züchten, stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum, vornehmlich aus Taiwan, Korea und Japan. Die Käferzucht steht in diesen Regionen für eine alte Tradition mit kulturellem Hintergrund: Viele Jungen bekommen noch vor der Pubertät von ihren Verwandten eine Käferlarve geschenkt, um die sie sich kümmern sollen. Sie haben nun die volle Verantwortung für dieses Lebewesen und müssen für passende Rahmenbedingungen wie Platzangebot, Feuchtigkeit und Nahrung sorgen. Ziel ist es u. a. zu lernen sich in Geduld zu üben, denn meist handelt es sich um Larven großer Hirschkäfer oder Riesenkäfer, deren Entwicklungszyklus 2–3 Jahre, aber auch länger dauern kann.

Wenn dann eines Tages endlich der Moment gekommen ist und sich aus der Larve ein prächtiger Käfer entwickelt hat, wird dieser den Verwandten präsentiert. Denn aus Zustand und Details des Körperbaus des fertigen Käfers, beispielsweise der Ausbildung seiner „Hörner“, können die Angehörigen Rückschlüsse auf die Haltung und Pflege und damit auf das Verantwortungsbewusstsein des Beschenkten ableiten. Gibt es ein wundervolles, gesundes Tier zu bestaunen, gilt der Junge nicht mehr als Kind, sondern als erwachsener Mann, der nun eigene Verantwortung übernehmen kann.

Aber auch in den USA und in Europa sind Haltung und Zucht von Käfern seit einigen Jahren stetig auf dem Vormarsch. Niedrige Kosten für Energie und Futter sowie geringer Platzbedarf sind Vorteile, die ganz klar für diese außergewöhnlichen Haustiere sprechen. Ihr interessantes, oft fantastisch anmutendes und knallbuntes Äußere, außerdem der erstaunliche Entwicklungszyklus vom Ei über drei Larvenstadien mit Größen- und Gewichtszunahme bis hin zur Umwandlung zum fertigen Käfer, machen diese Wunder der Natur zu spannenden Terrarienpfleglingen, die man gerne und unkompliziert zu Hause beobachten und genießen kann.

Informationen über die Lebensdauer der Imagines von Rosenkäfern, Riesenkäfern und Hirschkäfern

Imagines, also die adulten Käfer haben meist nur ein Ziel in ihrem oft kurzen Insektenleben. Die Reproduktion und die Erschaffung möglichst vieler Nachkommen. Rosenkäfer aus Afrika schlüpfen in der Regenzeit, da sie sich dann ernähren können. Sie leben auch meist kürzer als diese Regenzeit dauert. Also meist 2-3 Monate (dies ist auch der Durchschnitt bei meinen Rosenkäferarten. Teilweise nur 4-6 Wochen, seltener auch schon einmal 6 Monate). Oft bekomme ich die Frage wie lange denn ein Käfer lebt. Bei Hirschkäfern je nach Art bis 2 Jahre und darüber (sie verkriechen sich oft für mehrere Wochen um sich zu erholen). Bei Rosenkäfern - oft nur 6 Wochen. Riesenkäfer sind teilweise mehrere Wochen inaktiv (fressen noch nicht) und leben dann als aktive Tiere meist 2-3 Monate. Die Lebenszeit der Imagines hängt u.a. von der Temperatur ab oder auch mit einer schnellen Verpaarung bzw. einer hohen Legeleistung der Weibchen. Wie bei vielen weiteren Insektenarten sterben die Imagines, also die geschlechtsreifen Tiere (z.B. bei Schmetterlingen, Fliegen, Eintagsfliegen, Bienen, Gottesanbeterinnen etc.) nach der Paarung und der erfolgten Eiablage. Dies ist der ganz normale Lauf der Natur bei Insekten. (ich musste mich als langjähriger Fischzüchter auch erst daran gewöhnen). 

Alle Energie wird in die Eier gesteckt und dieser Vorgang kostet unheimlich viel Kraft. Vorher leben Käfer als Larven, oft mehrere Jahre bis sie sich zum adulten Tier umwandeln. Die gesamte Zeitspanne ist als eigentliche Lebensdauer eines Käfers zu betrachten. Im Prinzip erleben wir dies jedes Jahr auch in Deutschland, da Insekten meist nur im Sommer zu entdecken sind und bei kühleren Temperaturen meist sterben.

Die Faszination Käferhaltung wird für mich durch die oft nicht lange Lebensdauer der Imagines jedoch nicht mehr getrübt. Denn die Freude Larven im Substrat zu entdecken, diese dann (manchmal mühevoll) über mehrere Monate, bis zu Jahren bei Riesenkäfern, aufzuziehen macht den eigentlichen Reiz des Hobby´s aus. Der Kokonbau und die komplette Metamorphose der Larve zur Imago ist ein Wunder der Natur und immer wieder spannend.
 
Warum leben Käfer-Imagines nicht so lange. Man kann dies in einem schönen Satz zusammenfassen. Weil sie dann oft ihren Job getan haben. Sie haben sich verpaart und das Weibchen hat viele Eier gelegt. (ein schöner erklärender Satz den ich von einem Zuchtkollegen zu diesem Thema hörte war – „ein Weibchen lebt so lange bis sie 20-40 Eier gelegt hat“).

Man erkennt schlichtweg an einem Käfer nicht wie lange er leben wird. Die Tiere zeigen keinerlei Anzeichen dafür wie fit und lange sie leben werden. Ältere Imagines verlieren oft einzelne Tarsen an ihren Beinen, zudem weisen Kratzspuren auf dem Panzer auf die häufigen Grabaktivitäten hin. Frische Imagines haben keine bzw. wenige Kratzspuren auf ihrem Panzer, zudem sind alle Tarsen noch vorhanden. Diese nutzen sich erst im Laufe der Zeit ab.

Start ins Hobby

Es gibt verschiedene Wege, mit der Haltung von Käfern zu beginnen. In den meisten Fällen wird der Kauf von Larven bevorzugt, denn das Angebot ist groß, die Kosten dagegen gering. Die Larven kommen dann mit dem entsprechenden Substrat, das als Nahrung und Rückzugsort dient, in eine Aufzuchtbox, die je nach Art und Größe der Tiere unterschiedlich beschaffen sein sollte. Ein einfacher Kunststoffbehälter ist in der Regel eine gute Wahl.

Bei kleinen Rosenkäfern reicht dabei ein Volumen von 2–5 l für etwa zehn Larven völlig aus. Für mehr Exemplare bzw. größer werdende Larven empfiehlt es sich, auf Plastikboxen beispielsweise von 40 x 20 x 30 cm zurückzugreifen, wie sie von Möbelhäusern oder Baumärkten angeboten werden. Die Methode der Vereinzelung  schafft bei vielen Arten eine optimale Ausgangsbasis zum Zuchterfolg. 

Die richtige Wahl des Substrates spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Larve zu einem großen, kräftigen Käfer. Hier hatten asiatische Züchter über Jahre hinweg mit ihrem Know-how gegenüber den deutschen Kollegen die Nase vorn. Denn teilweise fehlte hierzulande nicht nur schlichtweg das Wissen über spezielle Techniken, um gewisse Käferarten zur Eiablage zu bewegen, sondern oft standen auch die Spezialsubstrate nicht zur Verfügung, um Larven ihre wichtigen „Wohlfühlparameter“ bieten zu können.

Haltung und Zucht von Käfern

Zunehmend kommt das Wissen aus Fernost jedoch zu uns, und in den letzten Jahren konnten sich durch erfolgreiche Nachzuchten damit auch sehr seltene und schwierig zu vermehrende, oft auch teure Arten im Hobby etablieren. Einige Pioniere der Käferzucht haben dabei wirklich bemerkenswerte Vorarbeit geleistet und ihr Wissen uneigennützig an Interessierte weitergegeben. Im Groß- und Einzelhandel dagegen findet sich leider noch immer sehr viel in dieser Beziehung ungeschultes Personal, und daher wird aktuell oft auch nur an Wirbellosen angeboten, was seit Jahren bekannt ist – Spinnen, Skorpione und einige Phasmiden. Dabei bieten gerade Käfer ein enormes Potenzial, neue Liebhaber zu gewinnen und zu begeistern. 

Neben dem Kauf von Käferlarven besteht eine weitere Möglichkeit darin, bereits adulte Exemplare zu erwerben, die sogenannten Imagines. Dies eignet sich besonders für Ungeduldige, die sich direkt an den interessanten Käfern und ihrem Verhalten erfreuen und mit der Nachzucht beginnen möchten. Eine geeignete Einsteigerart, einige Grundkenntnisse und das passende Zubehör reichen aus, um mit diesem schönen Hobby zu starten und erste Erfolge bei der Vermehrung zu erzielen.

Aber auch Arten, die gerne als „Profi“- oder „Spezialisten“-Arten bezeichnet werden, stellen heute bei richtiger Auswahl der Substrate, des Futters und ein wenig angelesenem Wissen für Einsteiger keine unüberwindliche Hürde mehr dar.

Die in der Terraristik gepflegten Käferarten stammen aus den unterschiedlichsten Teilen der Erde. Bei ihrer Haltung und Nachzucht gilt es daher, die Bedingungen ihres ursprünglichen Lebensraumes zu berücksichtigen. Parameter wie Temperatur, Feuchtigkeit, Bodenbeschaffenheit, Nahrung für die Imagines und auch das Substrat der Larven sind wichtige Basisinformationen, die der Käferliebhaber für den Start einer erfolgreichen Zucht benötigt. Glücklicherweise jedoch lässt sich das Gros der zur Verfügung stehenden Rosen-, Hirsch- und Riesenkäfer nach relativ einfach zu realisierenden Grundmustern pflegen.

Nicht nur für die Aufzucht der Larven, sondern auch für Haltung und Nachzucht von Käfern eignen sich am besten die schon  erwähnten durchsichtigen Kunststoffbehälter aus Baumarkt oder Möbelhaus. Mittlerweile werden jedoch auch spezielle Terrarien angeboten, die dafür konzipiert sind. Sie bieten neben einer großen, entnehmbaren Box, in der sich das Zuchtsubstrat befindet, ausreichend Platz, damit die eleganten Flieger und Kletterer ihr Verhalten voll ausleben und sich dementsprechend dem Betrachter präsentieren können. Dieser Bereich sollte mit Ästen zum Klettern und mehreren Futterstellen bestückt werden, damit die Tiere sich wohl fühlen.

Auf dem Boden müssen ebenfalls reichlich Ästchen liegen, damit ein auf den Rücken gefallenes Exemplar sich problemlos wieder umdrehen kann. Wichtig ist: Der Behälter muss sich fest verschließen lassen, damit die Bewohner nicht ausbrechen können – unterschätzen Sie niemals die Riesenkräfte, die solch ein Tier im Verhältnis zu seiner Körpergröße entwickelt!

Um optimale Zuchtbedingungen zu schaffen, sollte für Käfer wie Chlorocala africana camerunica oder viele Eudicella-Arten wie E. aethiopica und E. schultzeorum eine Substratschicht……mehr lesen sie in den Artikeln der Reptilia oder BUGS….

Welche Arten sind erhältlich?

Zwar widmen sich einige Liebhaber beispielsweise auch den oft skurrilen, teils sogar überraschend farbenfrohen Schwarzkäfern, Laufkäfern oder anderen Gruppen – bei Weitem am beliebtesten sind jedoch Rosen- (Scarabaeidae: Cetoniinae), Hirsch- (Lucanidae) und Riesenkäfer (Dynastidae).

Die meisten in Pflege und Zucht befindlichen Rosenkäfer stammen dabei aktuell noch aus Afrika. Die Zahl der Arten, die aus Südamerika und Asien zu uns kommen, steigt jedoch stetig – aufgrund zunehmender Nachfrage und entsprechend gezielter Bemühungen einiger Importeure. Die vielen erhältlichen Hirschkäferarten dagegen kommen überwiegend aus dem asiatischen Raum, einige wunderschöne kleinere Arten auch aus Afrika. Die meisten der immer noch relativ seltenen und nur wenig verbreiteten Giganten unter den Käfern, die Riesen- oder auch Nashornkäfer, sind ursprünglich in Südamerika heimisch, werden aber mittlerweile in Japan und Taiwan in Perfektion nachgezüchtet. Dort zahlen Liebhaber Preise bis zu mehreren hundert Euro pro Tier – für immer neue Größen-Rekorde.

Günstigere und für Einsteiger bestens geeignete, recht einfach und schnell zu vermehrende, dabei jedoch nicht minder imposante Riesenkäfer sind die Arten der Gattungen Xylotrupes oder auch Chalcosoma. Sie kommen aus dem asiatischen Raum und werden regelmäßig als Wildfänge eingeführt.

Die in der Terraristik gepflegten Käferarten stammen aus den unterschiedlichsten Teilen der Erde. Bei ihrer Haltung und Nachzucht gilt es daher, die Bedingungen ihres ursprünglichen Lebensraumes zu berücksichtigen. Parameter wie Temperatur, Feuchtigkeit, Bodenbeschaffenheit, Nahrung für die Imagines und auch das Substrat der Larven sind wichtige Basisinformationen, die der Käferliebhaber für den Start einer erfolgreichen Zucht benötigt. Glücklicherweise jedoch lässt sich das Gros der zur Verfügung stehenden Rosen-, Hirsch- und Riesenkäfer nach relativ einfach zu realisierenden Grundmustern pflegen.

Nicht nur für die Aufzucht der Larven, sondern auch für Haltung und Nachzucht von Käfern eignen sich am besten die schon  erwähnten durchsichtigen Kunststoffbehälter aus Baumarkt oder Möbelhaus. Mittlerweile werden jedoch auch spezielle Terrarien angeboten, die dafür konzipiert sind. Sie bieten neben einer großen, entnehmbaren Box, in der sich das Zuchtsubstrat befindet, ausreichend Platz, damit die eleganten Flieger und Kletterer ihr Verhalten voll ausleben und sich dementsprechend dem Betrachter präsentieren können. Dieser Bereich sollte mit Ästen zum Klettern und mehreren Futterstellen bestückt werden, damit die Tiere sich wohl fühlen. 

Haltung und Zucht von Käfern

Auf dem Boden müssen ebenfalls reichlich Ästchen liegen, damit ein auf den Rücken gefallenes Exemplar sich problemlos wieder umdrehen kann. Wichtig ist: Der Behälter muss sich fest verschließen lassen, damit die Bewohner nicht ausbrechen können – unterschätzen Sie niemals die Riesenkräfte, die solch ein Tier im Verhältnis zu seiner Körpergröße entwickelt!

Um optimale Zuchtbedingungen zu schaffen, sollte für Käfer wie Chlorocala africana camerunica oder viele Eudicella-Arten wie E. aethiopica und E. schultzeorum eine Substratschicht……mehr lesen sie in den Artikeln der Reptilia oder BUGS….

Fast alle Rosenkäferarten können bei normaler Zimmertemperatur gepflegt werden. Die Werte sollten dabei 18 °C nicht unter- und 26 °C nicht überschreiten. Nur einige wenige Arten wie Pachnoda vossi brauchen für eine erfolgreiche Zucht noch höhere Temperaturen, nämlich von 26–32 °C. Hirsch- und Riesenkäfer dagegen lieben es meist eher kühler, bei ihnen liegt das Optimum etwa zwischen 20 und 24 °C. Direkte Sonneneinstrahlung sollte immer vermieden werden, da die Käfer sonst rasch überhitzen oder austrocknen. Ein idealer Anhaltspunkt für den Züchter ist es natürlich immer, wenn er den genauen Fundort seiner Käfer kennt. Denn teilweise gibt innerartlich gewisse Unterschiede bei den optimalen Haltungsbedingungen, da manche Arten ein enormes Verbreitungsgebiet bewohnen und Teilpopulationen sich an bestimmte Klimata angepasst haben.

Das Behältnis für eine Gruppe Rosenkäfer wird meist mit einer Mischung aus einem Großteil Laubwaldhumus und ein wenig weißfaulem Holz gefüllt. Das Substrat sollte eine Feuchtigkeit aufweisen wie frischer Waldboden. Boxen von 20 l Volumen reichen für die meisten Arten aus.

Für große Rosenkäfer, Hirsch- oder Riesenkäfer sollte der Zuchtbehälter entsprechend größer gewählt werden. In die Box wird eine 5 cm hohe Schicht Flake Soil eingebracht und kräftig mit dem Handrücken angedrückt. In diese feste Schicht legen die Weibchen später gerne ihre Eier. Darüber kommt eine 15–30 cm starke Schicht locker eingestreutes Flake Soil. In dieses Substrat können je nach Art und Gattung auch ganze Stücke weißfaulen Holzes eingebettet werden, entweder weil die gehaltenen Käfer „Stammleger“ sind, also die Holzstücke zur Eiablage benötigen, oder weil sich die Larven von solchem Holz ernähren, wie es etwa bei Hirschkäfern der Fall ist.

Auf der Oberfläche des Substrats sollten auch ein paar Äste zum Klettern oder Aufrichten nicht fehlen. Denn liegt ein Käfer auf dem Rücken und hat keine Struktur, an der er sich festhalten könnte, um sich wieder aufzurichten, kann er bis zur totalen Erschöpfung hilflos strampeln und schließlich zugrunde gehen. 

Käfer durchlaufen eine komplette Metamorphose. Dies bedeutet, dass sich das Larvenstadium (Engerling) gänzlich vom Erwachsenenstadium, dem Imaginalstadium, unterscheidet. Die drei in der Käferhaltung wichtigsten Familien, Rosen-, Riesen- und Hirschkäfer, benötigen alle genau drei Larvenstadien. In jedem davon versucht die Larve, möglichst viel zu fressen, um rasch zu wachsen, eine stattliche Endgröße zu erreichen und Reserven anzulegen.

Das bedeutet für den Züchter: Nur durch die Versorgung der Larven mit optimalen Substraten und den richtigen Zusätzen (Additiven) lassen sich stattliche, gesunde Imagines erhalten. Die „fertigen“ Käfer selbst wachsen nicht mehr – sie leben nur noch für die Fortpflanzung.

Der „fertige“ vollkommen ausgewachene „erwachsene“ Käfer, also das geschlechtsreife Tier wird als Imago bezeichnet.

**Bugs-Facts

Imago = geschlechtsreifes Exemplar; von lat. imago (f.), „Gestalt“ – daher heißt es „die Imago“

L1, L2, L3 = Bezeichnung der drei Larvenstadien

Kokon = eiförmige Ummantelung der Puppe. Sie wird aus dem umgebenden Substrat und Darminhalt der Larve gebaut und dient als Schutzraum bis zum Schlupf der →Imago.   

Flake Soil = aufwendig erzeugtes Spezialsubstrat für die Käferzucht

Elytron = harter Deckflügel. Die Elytra bleiben bei den Rosenkäfern während des Fluges geschlossen.

Abdomen = Hinterleib der Insekten

Beetle Jelly = kommerziell erhältliches Kunstfutter für Käfer

Geschlechtsdimorphismus: unterschiedlicher Körperbau der Geschlechter

Herold’sches Organ: dreieckige bis kleeblattförmige Struktur unter der Haut am Ende der Hinterleibsunterseite männlicher Larven

-rhina = von griech. rhis, „Nase“

Tribus = Rangstufe der Systematik zwischen Unterfamilie und Gattung; von lat. tribus (f.), „Abteilung“ – daher heißt es „die Tribus“.

Haltung

Beetle Jelly ist für die meisten Käfer ein ausgesprochen hochwertiges Futter, und die Imagines können ausschließlich mit diesem Gelee ernährt werden, das in mehreren Sorten auf dem Markt ist. Früchte sowie Ahornsirup erweitern und bereichern das Spektrum der Ernährung und Feuchtigkeitsversorgung.  Banane und Mango in recht reifen Zustand ist dabei die beste Wahl.

Für die meisten Arten reichen zur Haltung eines Pärchens bereits Behältnisse oder Terrarien mit einem Volumen von knapp 40 l aus. Je nach Spezies, Anzahl, Aktivität der Käfer und ihrem bevorzugten Aufenthaltsort sind jedoch geräumigere Becken nötig. Alle Arten fliegen sehr gerne, zielgerichtet und gut. Wie bei allen Rosenkäfern sind dabei die Deckflügel geschlossen.

Als Substrat, insbesondere zur Eiablage, aber auch als Rückzugsort, eignet sich bei den meisten Arten Laubwaldhumus. Hirschkäfer Zuchtboxen sollten mit ausgewählten Stücken von weißfaulem Holz und Flake Soil eingerichtet werden. Für die meisten Arten Riesenkäfer ist eine große Box mit reinem Flake Soil ideal. Bei der Einrichtung des Terrariums bzw. der Zuchtbox bleiben dem Halter viele gestalterische Möglichkeiten. Immer jedoch sollten sich Stöcke und Äste in den Ecken der Behälter befinden, fallen die Käfer doch oft auf den Rücken und können sich dann mithilfe solcher Strukturen leichter wieder umdrehen. Ein auf dem Rücken liegender Käfer kämpft sonst stundenlang bis zur Erschöpfung, um wieder in die normale Position zu gelangen, was zu Austrocknung und Erschöpfung, ja schließlich sogar zu seinem Tod führen kann.

Je nach Art der Käfer setzt man nach mehreren Wochen Weibchen, Zuchtpaare oder Zuchtgruppen in einen neuen Behälter, wartet aber noch 4–6 Wochen, bevor man in der ursprünglichen Zuchtbox nach Larven sucht. So wird verhindert, dass schon große L2- oder L3-Larven sich an frisch gelegten Eiern oder L1-Larven vergreifen.

Haltung und Zucht von Käfern

Die Haltungstemperatur sollte bei allen Rosenkäfer 20 °C nicht unterschreiten und kann bis auf 28 °C ansteigen. Einige Arten lassen sich nur bei höheren Temperaturen zur Zucht bewegen.  Hirschkäfer mögen es eher etwas kühler und auch schattiger. Bei den meisten Arten sollte ein Terrarium also nicht zu viel direktes Sonnenlicht abbekommen. Riesenkäfer sollten möglichst gleichbleibende Temperaturen erhalten. Meist sind 22-24°C zur Haltung ideal. Wie immer sollte sich ein interessierter Halter über die jeweilige Art gut informieren, denn ist gibt auch viele Arten Rosenkäfer aus Afrika die aus höheren (gebirgigeren) und damit kühleren Waldgebieten stammen als manche Flachlandart, die auch in den Savannen zu finden ist. Ebenso verhält es sich mit einigen Hirschkäfern und auch Dynastiden. 

Da die Generationenfolge und Larvenaufzucht oft über Monate bzw. Jahre dauert, sind hier viele Erkenntnisse jedoch nur nach langer Zeit zu gewinnen

Große Imagines mit beachtlichen Hörnern bzw. starken Mandibeln (Geweih) von Hirsch-, Riesen- und auch den großen Arten der Rosenkäfer erzielt man durch eine Vereinzelung der Larven ab dem L2-Stadium. Hierzu sollten mindestens 2 l Volumen mit reinem, frischem Flake Soil eingeplant werden, das randvoll eingefüllt wird. Lüftungslöcher sind zwar nicht zwingend erforderlich, aber dennoch zu empfehlen, da die Behälter gewöhnlich länger stehen und das Flake Soil evt. noch einige Restgase abgeben könnte. Vier bis fünf kleinere Löcher reichen aus – zu viele Löcher können dazu führen, dass die geringe Menge an Substrat zu schnell austrocknet. Ein Befeuchten ist selten bis gar nicht notwendig, denn das Substrat bringt oftmals die richtige Grundfeuchte mit. Auch darf das Substrat während der Entwicklungsphase der Larve zu L3 im oberen Drittel abtrocknen, denn zum Kokonbau benötigt sie trockeneres Baumaterial. Es gilt also, besonders ab dieser Phase Staunässe zu verhindern, damit die Puppe nicht abstirbt.

Die Zugabe z. B. gemahlener Seidenraupenpuppen kann das Wachstum der Larven beschleunigen, sollte jedoch sparsam erfolgen: maximal ein halber Teelöffel pro Woche! Eine häufige Störung der Larve könnte zu Gewichtsverlust durch erhöhten Stress führen..

Ernährung der Imagines – der adulten Käfer

In der Natur finden Rosen-, Riesen- und Hirschkäfer ihre Nahrung meist an Bäumen – in Form harzender Wunden sein, an denen die Käfer mit ihren pinselartigen Mundwerkzeugen lecken. Darüber hinaus werden sie aber auch von süßen oder gärenden Früchten angelockt. Wichtig ist dabei immer ein gewisser Feuchtigkeitsanteil in der Nahrung, denn Käfer nehmen nur über ihre Nahrung die benötigte Flüssigkeit zu sich.

In der Hobbyhaltung genießt Banane den besten Ruf als Käferfutter, aber genauso eignen sich alle anderen süßen Früchte, am besten sehr reif. Verzichten sollte man lediglich auf alle Zitrusfrüchte; diese bekommen den Käfern nicht, nach ihrem Verzehr kann es zu Durchfall kommen. Der Nachteil bei reifem Obst ist jedoch, dass gerade im Sommer von den aromatisch duftenden Früchten Essigfliegen (Drosophila spp.) angelockt werden. Sie haben eine enorme Vermehrungsrate von bis zu 450 Eiern pro Weibchen und sind bei der Käferhaltung immer wieder ein unangenehmer Störfaktor.

Um das Problem zu umgehen, gibt es ein aus Asien stammendes Kunstfutter in Form von Gelee, genannt Beetle Jelly, das von Essigfliegen eher gemieden wird. Beetle Jelly existiert in mehreren Varianten und Geschmacksrichtungen und kann problemlos als Alleinfutter genutzt werden. Sorten mit höherem Proteingehalt unterstützen die Weibchen bei der Eiproduktion. Beetle Jelly kann, ohne zu verderben, länger als Banane bei den Käfern verbleiben. Weitere Futteralternativen sind Ahornsirup sowie vor allem Pollen, denn gerade Rosenkäfer sind in der Natur auch als Pollenfresser bekannt. Sie übernehmen als Bestäuber wichtige Funktionen.

Männchen warten oft tagelang an den Futterstellen, bis sich ein Weibchen einfindet. Ist dieses dann mit der Nahrungsaufnahme und der Deckung seines Feuchtigkeitsbedarfs beschäftigt, nutzt das Männchen die Gunst der Stunde meist zur Begattung. So sitzen die Partner dann oft mehrere Minuten bis Stunden zusammen. Dabei ist zu beobachten, dass gerade bei Hirschkäfern das Männchen sein Weibchen aktiv verteidigt. Der Pfleger sollte also in dieser Phase nicht zu sehr stören oder mit seinen Händen den kräftigen, geweihähnlichen Kiefern zu nahe kommen.

Futter Haltung und Zucht von Käfern

Fast alle Rosenkäferarten können bei normaler Zimmertemperatur gepflegt werden. Die Werte sollten dabei 18 °C nicht unter- und 26 °C nicht überschreiten. Nur einige wenige Arten wie Pachnoda vossi brauchen für eine erfolgreiche Zucht noch höhere Temperaturen, nämlich von 26–32 °C. Hirsch- und Riesenkäfer dagegen lieben es meist eher kühler, bei ihnen liegt das Optimum etwa zwischen 20 und 24 °C. Direkte Sonneneinstrahlung sollte immer vermieden werden, da die Käfer sonst rasch überhitzen oder austrocknen. Ein idealer Anhaltspunkt für den Züchter ist es natürlich immer, wenn er den genauen Fundort seiner Käfer kennt. Denn teilweise gibt innerartlich gewisse Unterschiede bei den optimalen Haltungsbedingungen, da manche Arten ein enormes Verbreitungsgebiet bewohnen und Teilpopulationen sich an bestimmte Klimata angepasst haben.

Das Behältnis für eine Gruppe Rosenkäfer wird meist mit einer Mischung aus einem Großteil Laubwaldhumus und ein wenig weißfaulem Holz gefüllt. Das Substrat sollte eine Feuchtigkeit aufweisen wie frischer Waldboden. Boxen von 20 l Volumen reichen für die meisten Arten aus.

Für große Rosenkäfer, Hirsch- oder Riesenkäfer sollte der Zuchtbehälter entsprechend größer gewählt werden. In die Box wird eine 5 cm hohe Schicht Flake Soil eingebracht und kräftig mit dem Handrücken angedrückt. In diese feste Schicht legen die Weibchen später gerne ihre Eier. Darüber kommt eine 15–30 cm starke Schicht locker eingestreutes Flake Soil. In dieses Substrat können je nach Art und Gattung auch ganze Stücke weißfaulen Holzes eingebettet werden, entweder weil die gehaltenen Käfer „Stammleger“ sind, also die Holzstücke zur Eiablage benötigen, oder weil sich die Larven von solchem Holz ernähren, wie es etwa bei Hirschkäfern der Fall ist.

Auf der Oberfläche des Substrats sollten auch ein paar Äste zum Klettern oder Aufrichten nicht fehlen. Denn liegt ein Käfer auf dem Rücken und hat keine Struktur, an der er sich festhalten könnte, um sich wieder aufzurichten, kann er bis zur totalen Erschöpfung hilflos strampeln und schließlich zugrunde gehen.

Vergesellschaftung

Bei Rosenkäfern kann man in einem entsprechend geräumigen Terrarium oder einer Zuchtbox eine Gruppe pflegen, bestehend aus mehreren Männchen und Weibchen.

Die Männchen von Riesenkäfern und Hirschkäfern dagegen würden meist bis zum Tod eines Rivalen kämpfen – hier empfehlen sich also die paarweise Haltung oder die Haremshaltung aus einem Männchen mit mehreren Weibchen.

Für perfekte Zuchtbedingungen ist gesorgt, indem man Weibchen zunächst verpaart und dann einzeln oder zusammen mit weiteren Weibchen in der Zuchtbox hält. So können die Weibchen in aller Ruhe an ihr Futter gelangen und werden nicht immer wieder von einem paarungswütigen Männchen bedrängt. Zudem neigen manche Männchen dazu, nicht mehr paarungswillige Weibchen als Rivalen anzusehen, und teilweise kommt es dann zu Übergriffen, bei denen das Weibchen unweigerlich den Kürzeren zieht.

Um Streitigkeiten bei einer Gruppen- oder Haremshaltung vorzuziehen, sollten immer mehrere Futterstellen angeboten werden. So kommen auch unterlegen Tiere in Ruhe an ihre Nahrung. Die Paarung kann bei Bedarf nach ein paar Wochen wiederholt werden.

Viel Spaß bei diesem faszinierenden Hobby!

Vergesellschaftung Haltung und Zucht von Käfern