Garnelenprofi

Flake Soil

Flake Soil "High Protein"- 5 Liter

fermentiertes Fertigsubstrat aus Buchen- und Eichenspänen mit Zugabe von Sojaprotein (50% Eiweiß, entfettet) und Traubenzucker
Inhalt
5 Liter von Buchen-/Eichenholz, zerkleinert, gemahlen, fermentiert
Zusammensetzung
Buchen-/Eichenholz, zerkleinert, gemahlen, fermentiert
Zusatzstoffe
mit Sojaprotein (50% Eiweiß, entfettet) und Traubenzucker
Analytische Bestandteile
56 % Feuchte, 25 % Rohfaser
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(entspricht 2,58 € je 1 Liter (l))

 Flake Soil ist ein fermentiertes Holzsubstrat (meist von Buche oder Eiche bzw. einem Mix aus den beiden Holzarten) und dient zur Aufzucht von Käferlarven. Es kann für Hirsch-, Riesen- und auch Rosenkäferlarven verwendet werden. Der Begriff wurde im asiatischen Raum für das fermentierte Holzsubstrat erfunden. Flake = Flocken und Soil = Erde, Bodengrund. Übersetzt bedeutet Flake Soil also soviel wie Flocken-Erde.

Bei dem "High Protein" werden Sojaprotein (50% Eiweiß, entfettet) und Traubenzucker in einer seperaten Fermetation zugesetzt.

Auch wenn solche Empfehlungen noch immer in der Literatur (leider da überhohlt, "Old-School" und damit veraltet) auftauchen. Pferdedung und Rinderdung als wichtige Substrate für die Käferzucht zu bezeichen ist unsinnig und überflüssig, sogar eher kontraproduktiv. Der Grundgedanke war "vor-fermentiertes" oder "vor-verdautes" Holzgemisch bzw. Pflanzengemisch zur Versorgung von Käferlarven zu verwenden. Dafür gibt es modernere und deutlich geruchsärmere Substrate, wie Flake Soil! Zudem kommt es auf eine möglichst hohe Versorgung der Larven mit Cellulose an. Heu enthält nur geringe Mengen Cellulose im Vergleich mit Buchen oder Eichenholz.

Holz besteht aus Lignin und Cellulose. Lignin gibt einem Baum die Festigkeit, ist der Baustein der Stützstruktur, Cellulose verleiht einem Baum eine gewisse Flexibilität. Lignin ist für Larven unverdaulich bzw. je nach Art nur bedingt verträglich. Cellulose ist der Treibstoff um große Larven zu bekommen, denn diese wird von den Larven als Energielieferant benötigt und bei groß werdenden Arten auch in hohen Mengen. Wichtig für ein hochwertiges Larven-Substrat ist es also das Lignin weitestgehend zu reduzieren, ohne die wichtige Cellulose zu stark abzubauen. Die wird durch die schnelle Fermentation erreicht.  Im allgemeinnen können Hirschkäfer besser mit hohen Restwerten von Lignin zurecht kommen als Riesenkäferlarven. Riesenkäferlarven sind da deutlich anspruchsvoller. Aus diesem Grund wird für viele Riesenkäferlarven auch gut gelagertes (2-3 Monate) altes Flake Soil oder sogar Black Soil verwendet.

Flake Soil wird aus den Ausgangsstoffen Sägemehl und Sägespäne hergestellt, teilwiese erweitert um einen Anteil weißfaulen Holzes. Bei der Verwendung von Sägespänen sollte darauf geachtet werden, dass nur mit Bio-Kettensägenöl gearbeitet wurde. Es dürfen keine Späne von Nadelhölzern im Ausgangsgemisch enthalten sein, denn die ätherischen Öle im Harz sind für die meisten Käferlarven vollkomen ungeeignet.

Durch die Fermentation (die ca. 6-8 Wochen dauert) wird durch Bakterien das Lignin durch eine Depolymerisierung zu kürzeren Monomeren und Polyphenolen abgebaut. Dabei wird die für die Ernährung wichtige Cellulose geschont. Die Cellulose wird im Darm der Käferlarven mithilfe von Darmbakterien aufgeschlüsselt und dient der Larve als Energielieferant. 

Tipp: Grundsätzlich sollte immer auf eine ausreichende Lüftung bei der Lagerung oder auch in der Zuchtbox geachtet werden. Beim Befeuchten des Flake Soils und dem Einrichten einer Zuchtbox kann es zu einer kurzfristigen Reaktion (Wärme und evt. kurze Nachfermentation) kommen. Aus diesem Grund sollten Larven erst 3-5 Tage später in die eingerichtete Box gesetzt werden und zudem sollte immer auf eine gute Lüftung (dennoch nicht zu stark um ein Austrocknen zu vermeiden) geachtet werden.

Flake Soil sollte nicht mit anderen Substraten (Laub oder reste der Gemische in zugeschickten Larvenboxen) gemischt werden, da ansonsten eine Fermentation in Gang kommen könnte. Auch bei der Zugabe von Addivtiven sollte daraufgeachtet werden, dass keine spontane Reaktion entsteht.

Anmerkung zu Flake Soil:

Immer wieder lese ich in verschiedenen Posts wie viele Käfer-Liebhaber ihr eigenes Flake Soil herstellen (wollen). In persönlichen Gesprächen wird auch von mißlungenen Mischungen berichtet, viele wissen auch nicht wie fertiges Flake Soil aussehen sollte, geben aber diese ungetesteten Varianten dann ihren hochwertigen Larven. Frisches oder nicht vollkommen fermentiertes Flake Soil birgt die Gefahr der weiteren Fermentation in der Box - was zu einer Gasentwicklung führen kann, die die Larven an die Oberfläche treibt und bei zu starkem Auftreten auch zu einem massiven Sauerstoffverlust. Zudem kann unfertiges Flake Soil kaum von den Larven verwertet werden und sie kümmern deutlich in ihrer Entwicklung.

Tipp: Auch bei Diplopoden und Asseln kann es als Bodengrund verwendet werden, da diese Arten auch auf aufgespaltenes Pflanzenmaterial spezialisiert sind.


 

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